„Selbstständige (OSVČ)? Gleiche Arbeit, bis zu viermal weniger Steuern.“ Diese Schlagzeile, die zuverlässig für öffentliche Unzufriedenheit sorgte, verbreitete sich innerhalb weniger Stunden in allen großen Medien. Ob die Autoren der PAQ-Research-Studie dieses realitätsferne Beispiel bewusst hervorheben wollten, ist unklar, aber letztlich nicht mehr relevant. So wurde ihre Arbeit der Öffentlichkeit präsentiert, und die Öffentlichkeit nahm sie so an. Welcher Teil des Publikums hält beim Lesen solcher Aussagen inne, liest die Methodik und berücksichtigt den breiteren wirtschaftlichen Kontext? Die Antwort kann man ahnen.
Der Kontext ist jedoch absolut entscheidend.
Unsere Analyse untersuchte daher die Schlussfolgerungen von PAQ-Research genauer. Beispielsweise basiert die erwähnte Behauptung einer vierfach höheren Besteuerung von Arbeitnehmern auf einem Extremfall, der die alltägliche Praxis nur ansatzweise widerspiegelt. Insbesondere im IT-Bereich, den die Studie als „kostengünstig“ beschreibt, zeigten wir anhand eines Beispiels, dass die tatsächlichen Kosten von Unternehmern mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen ausmachen können.
Wir halten es zudem für problematisch, dass die viel zitierte Quelle unvergleichbare Berechnungsgrundlagen für den Steuersatz von Angestellten und Selbstständigen/OSVČ verwendet. Durch die sprichwörtliche Vermischung von Äpfeln mit Birnen erweckt die Studie den Eindruck, Freiberufler genössen unfaire Vorteile und ihre Position müsse „korrigiert“ werden. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass die Realität deutlich komplizierter ist.
Unser Ziel ist nicht Konfrontation, sondern die wichtige wirtschaftspolitische Debatte durch Fakten aus der Steuerpraxis und der Geschäftswelt zu ergänzen. Wir sind überzeugt, dass politische Lösungen ohne diesen Kontext die Gefahr bergen, den ungerechtfertigten Druck auf Kleinunternehmer weiter zu erhöhen. Wir wollen den Hauptgrund dafür aufdecken, warum manche Menschen die selbstständige Unternehmung der Anstellung vorziehen, und die „schuldigen“ Verantwortlichen in diesem Zusammenhang benennen.
Die vollständige Analyse finden Sie HIER [ 239 kb ].