Gruppenumstrukturierung (im Sinne der Veränderung der Unternehmungsnatur und der Art von Transaktionen, Rollen oder Positionen der Unternehmen innerhalb einer multinationalen Gruppe usw.) ist eines der Bereiche, auf die sich Finanzverwaltungen bei Steuerprüfungen zunehmend konzentrieren. Es handelt sich nicht nur um eine Überprüfung der Vertragsunterlagen, sondern vor allem darum, ob die Kompensation für die Umstrukturierung oder der Preis für die Übertragung die tatsächliche Wertübertragung und das Gewinnpotenzial widerspiegelt. Gleichzeitig bestätigen Praxis und ausländische Rechtsprechung, dass die Unstimmigkeit zwischen der vertraglichen Einstellung und dem tatsächlichen Funktionieren der Unternehmensgruppe ein erhebliches steuerliches Risiko darstellt.
Bei der Bewertung von Umstrukturierungen untersucht der Steuerverwalter, wie sich die Verteilung von Funktionen, Risiken und Vermögenswerten innerhalb der Gruppe infolge organisatorischer Veränderungen tatsächlich verändert hat. Besondere Aufmerksamkeit gilt für Situationen, in denen eine bestimmte Tätigkeit formell an ein anderes Unternehmen der Gruppe übertragen wird, das strategische Management, wichtige Entscheidungsprozesse oder wesentliche geschäftliche Risiken im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit jedoch beim ursprünglichen Unternehmen bleiben. Die Bewertung einer Transaktion basiert dann oft auf der Annahme einer signifikanten Verschiebung des Gewinnpotenzials, die jedoch nicht tatsächlich oder
nur in begrenztem Umfang erfolgt ist.
Diese Problematik lässt sich gut durch häufige Transaktionen mit immateriellen Vermögenswerten wie Technologie oder Software verdeutlichen. Das Risiko liegt nicht in der Übertragung dieser Vermögenswerte selbst, sondern vor allem darin, wer sie in der Gruppe tatsächlich bildet, entwickelt, verwaltet und die damit verbundenen Risiken trägt. Wenn das Eigentum nur formell übertragen wird, während die Hauptfunktionen im Zusammenhang mit dem immateriellen Vermögen beim ursprünglichen Unternehmen bleiben, kann der Steuerverwalter die Verrechnungspreissetzung und die Höhe der Lizenzgebühren in Frage stellen.
Daher können Gruppenumstrukturierungen nicht nur als rechtlicher oder buchhalterischer Schritt verstanden werden. Aus Sicht der Verrechnungspreise ist es entscheidend, Änderungen in Funktionen, Risiken und Vermögenswerten richtig auszuwerten und zu bestimmen, welcher Teil des Wertes tatsächlich übertragen wird, sowie diese Schlussfolgerungen mit einer hochwertigen Dokumentation mit Beschreibung der Situation vor und nach der Umstrukturierung zu untermauern. Die Dokumentation ist für die Vertretbarkeit der Einstellung gegenüber dem Steuerverwalter entscheidend. Wir helfen Ihnen gerne dabei, die Umstrukturierung aus Sicht der Verrechnungspreise zu bewerten und die Dokumentation so abzufassen, dass sie einer möglichen Steuerprüfung standhält.