Business im Wandel: Chancen in einer Welt des Abwartens
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Von: Magdaléna Poláchová
April 24, 2023 Lesezeit 4 Min.

Der sogenannte „Chips Act“ stellt eine Schlüsselvereinbarung für die Europäische Union dar,
die derzeit mit einer hohen Abhängigkeit von externen Halbleiterlieferanten zu kämpfen hat. Das Abkommen soll der EU eine stärkere Kontrolle über die Produktion von Chips ermöglichen und damit für mehr Sicherheit und Autonomie in diesem Schlüsseltechnologiebereich sorgen. Im Folgenden bieten wir Daten, die die aktuelle Marktrealität darstellen, und fassen die Ambitionen zusammen, die der EU-Rat und das Europäische Parlament mit dem Abkommen erreichen wollen.
Am 18. April 2023 haben der EU-Rat und das Europäische Parlament eine vorläufige politische Einigung über die Regelung des sog. Chip-Akts erzielt. Die Verordnung zielt darauf ab, das europäische Halbleiter-Ökosystem zu stärken, Bedingungen für die Entwicklung der industriellen Basis in diesem Bereich zu schaffen und die europäische Abhängigkeit von ausländischen Akteuren zu verringern.
Mikrochips bzw. Halbleiter sind ein fester Bestandteil moderner Technologien, die wir täglich im Alltag nutzen. Chips sind aber auch ein notwendiges Element kritischer Infrastrukturen und von großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft (z.B. im Bereich grüne Energie, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge usw.).
Europa ist derzeit auf die Lieferung von Mikrochips aus dem Ausland angewiesen. Dies hat sich in den vergangenen Jahren als problematisch erwiesen, da die Versorgung mit Chips unterbrochen wurde, was natürlich zu Engpässen in vielen Wirtschaftssektoren und Europas Anfälligkeit bzw. Verletzbarkeit in diesem Bereich geführt hat.
Die Europäische Kommission führt auf der Grundlage ihrer Untersuchungen an, dass die Anzahl der im Jahr 2020 weltweit produzierten Mikrochips 1 Billion betrug, wobei der Anteil
der EU an der weltweiten Chipproduktion nur 10 % betrug. Prognosen zufolge wird sich die Chipnachfrage bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Angesichts der jüngsten Chipversorgungskrise könnte es daher problematisch sein, diese Nachfrage zu befriedigen.
Der Chips Act hat drei Säulen. Erste Säule soll die Gründung der Initiative „Chips for Europe“ sein, die den Aufbau technologischer Kapazitäten in der EU unterstützen soll. Die zweite Säule betrifft die Schaffung eines Rahmens, um die Sicherheit der Chipversorgung für den Binnenmarkt zu gewährleisten und Investitionen in diesen Bereich anzuziehen. Die letzte Säule betrifft das System der Überwachung möglicher Krisen mit dem Ziel, Versorgungsengpässe zu antizipieren und im Krisenfall aktiv zu reagieren.
Die „Chips for Europe“-Initiative sollte öffentliche und private Investitionen in Höhe von
43 Milliarden Euro bereitstellen, wobei 3,3 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt stammen sollten.
Das bestehende Gemeinschaftsunternehmen für Schlüsseldigitaltechnologien, das die industrieorientierte Forschung unterstützt, sollte teilweise geändert und in Chips Joint-venture umbenannt werden. Die Aktivitäten dieses Unternehmens (das eine öffentlich-private Partnerschaft ist) sollten dann ein Bestandteil der „Chips for Europe“-Initiative sein“.
Ziel des Abkommens ist es, den Anteil der Europäischen Union am weltweiten Halbleitermarkt von derzeitigen 10 % auf mindestens 20 % bis 2030 zu verdoppeln und die Führungsrolle Europas im Bereich Forschung und Technologien zu stärken.
Diese Vereinbarung wird zur Stärkung der europäischen Industrie führen und Investitionen sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in den möglichen Aufbau von Fabriken bringen. Es wird auch neue Möglichkeiten sowohl für europäische Unternehmen selbst als auch für Mitarbeiter und neue Talente schaffen. Gleichzeitig wird es die Wettbewerbsfähigkeit und Selbstgenügsamkeit der EU in dem jeweiligen Bereich stärken.
Die Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl von Chips ist auch für das reibungslose Funktionieren der meisten Wirtschaftssektoren von wesentlicher Bedeutung und kann positiv zum ökologischen und digitalen Wandel der Europäischen Union beitragen.
Der EU-Rat und das Europäische Parlament müssen das Abkommen nun formell akzeptieren.
Autor: Magdaléna Janigová
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