Wie kann man die "Hormuz-Krise" überleben? IEA empfiehlt, von zu Hause zu arbeiten und auf der Autobahn langsamer zu fahren

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Die Internationale Energieagentur (IEA) hat einen Bericht veröffentlicht, der auf die Energiekrise reagiert. Der Bericht basiert auf der Behauptung, dass es wirksame nachfrageseitige Maßnahmen im Falle eines Angebotsmangels gibt. Sowohl von der Regierung, von Unternehmen als auch von Haushalten

"Der Krieg im Nahen Osten verursacht eine erhebliche Energiekrise, einschließlich der größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Erdölmarktes. Wenn es keine schnelle Lösung gibt, werden die Auswirkungen auf Energiemärkte und -Wirtschaften immer gravierender", sagte der geschäftsführende Direktor von IEA, Fatih Birol.

Gleichzeitig ist das Ende des Krieges nicht in Sicht. Der Iran scheint auf langanhaltenden Widerstand gegen US- und israelische Angriffe gesetzt zu haben, die darauf abzielen, die Erdölpreise unerträglich in die Höhe zu treiben. Die Ölpreise stiegen um über 100 Dollar pro Barrel, und der Krieg führte zu einem noch stärkeren Anstieg der Erdölprodukte wie Diesel, Flugbenzin und verflüssigtes Erdgas (LPG). Die Wiederaufnahme des Transports über den Hormus-Sund bleibt entscheidend für die Stabilisierung der globalen Energiemärkte.

Ein neuer IEA-Bericht identifiziert zehn Maßnahmen, die ein entscheidendes und unmittelbares Instrument sein können, um den Druck auf Verbraucher zu verringern, indem sie die Preiserschwinglichkeit verbessern und die Energiesicherheit fördern. Während Politiker weiterhin versuchen, die durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Versorgungsengpässe zu beheben, könnten Bemühungen zur Reduzierung des Verbrauchs laut der  IEA-Agentur schneller Entlastung bringen.

Laut der IEA spielt der Verkehr eine Schlüsselrolle und macht etwa 45 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus. Hier gibt es den größten Raum für schnelle Einsparungen. So weist die IEA beispielsweise darauf hin, dass die bloße Ausweitung der Home-Office-Arbeit um drei Tage pro Woche den Kraftstoffverbrauch auf nationaler Ebene um 2 bis 6 % senken kann, während es bis zu einem Fünftel des normalen Verbrauchs der Fahrer selbst betragen kann.

Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Autobahnen hätte eine ähnlich unmittelbare Wirkung. Eine Reduzierung um 10 Kilometer pro Stunde kann den Kraftstoffverbrauch einzelner Fahrer um 5 bis 10 % senken und landesweit Einsparungen von einigen Prozenten bringen. Weitere Empfehlungen umfassen eine stärkere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Carsharing oder die Einführung von wechselnden Fahrzeugen in Großstädten entsprechend Kennzeichen.

Die IEA-Agentur weist darauf hin, dass Veränderungen im Verhalten von Unternehmen ebenfalls erhebliches Potenzial haben. Im Luftverkehr können bis zu 40 % der Geschäftsreisen durch Online-Meetings ersetzt werden, was zu einer Reduzierung des Flugkraftstoffverbrauchs um 7 bis 15 % führen würde. In der Industrie können bessere Gerätewartung und Betriebsoptimierung den Erdölverbrauch um bis zu 5 % senken, ohne größere Investitionen zu benötigen.

Der Bericht richtet sich auch an Haushalte, insbesondere in Entwicklungsregionen, in denen verflüssigtes Erdgas eine wichtige Energiequelle zum Kochen ist. Aufgrund von Versorgungsstörungen wird diese Ressource jedoch knapp, was ernsthafte soziale Folgen haben kann. Die IEA empfiehlt daher, den Übergang zu alternativen Kochmethoden, wie elektrischen Geräten, wo möglich, zu fördern.

Neben den nachfrageorientierten Maßnahmen haben Regierungen bereits auf der Angebotsseite eingegriffen.
So haben IEA-Mitgliedstaaten beispielsweise 400 Millionen Barrel Erdöl aus strategischen Reserven freigesetzt - die größte koordinierte Intervention dieser Art in der Geschichte. Die Erfahrungen aus früheren Krisen zeigen jedoch, dass der Anstieg der Lieferungen selbst seine Grenzen hat und oft langsamer ist als die Ersparnisse auf der Konsumseite.

Gleichzeitig warnt die IEA, dass pauschale Subventionen oder Preisobergrenzen fiskalisch anspruchsvoll sein können und sich in erster Linie an die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen richten sollten. Ihr zufolge ist ein effektiverer Weg eine Kombination aus kurzfristigen Einsparungen und langfristigen Investitionen in Energieeffizienz, Elektrifizierung und alternative Energiequellen.

Doch selbst die vollständige Umsetzung aller Schritte wird den Liefermangel nicht ersetzen – die Stabilisierung des Marktes hängt von geopolitischen Entwicklungen ab.

"Die durch die Reduzierung der Erdölversorgung durch den Hormus-Sund ausgelöste Krise zeigt erneut, wie empfindlich die globalen Energiemärkte sind und wie schnell die geopolitische Lage die Energiepreise beeinflussen kann.

Aus den Empfehlungen der IEA lässt sich schließen, dass eine wirksame Reaktion auf Energiekrisen kurzfristige Kosteneinsparungen mit langfristigen Investitionen in Energieeffizienz, Elektrifizierung und alternative Energiequellen kombinieren muss. Langfristig bedeutet das, dass Unternehmen und der öffentliche Sektor ihre Vermögenswerte strategisch verwalten, den Energieverbrauch senken und nach neuen Möglichkeiten suchen müssen, um Energie effizient zu produzieren, zu kaufen oder zu nutzen.

Unternehmen sollten sich daher darauf konzentrieren, den Energieverbrauch systematisch zu senken, Betriebe zu modernisieren und flexiblere sowie vielfältigere Energiequellen zu finden, die ihnen helfen, Marktschwankungen besser zu steuern. Bei der Umsetzung dieser Schritte ist es zudem entscheidend, eine Anlagestrategie gut aufzustellen und nicht nur den technischen, sondern auch den wirtschaftlichen und regulatorischen Kontext zu verstehen – mit diesem umfassenden Blick können wir unseren Kunden helfen, ihre Entscheidungen langfristig sinnvoll zu treffen."

Jiří Dvořák | Partner | Advisory

Dieser Artikel wurde auf der Website oenergetice.cz veröffentlicht.