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News Großbritannien veröffentlichte Regeln zur Verrechnung der Umsatzsteuer bei Nichterzielung des (EU) Brexit-Abkommens

Die britische Regierung (UK) hat eine Richtlinie veröffentlicht, in der die wichtigsten Änderungen der USt.-Vorschriften im gemeinsamen Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und den EU-Mitgliedstaaten nach dem Austritt des Landes zusammengefasst sind, für den Fall, dass keine Einigung über künftige Wirtschaftsbeziehungen erreicht wird.

 

Nach dem Austritt aus der EU behält das Vereinigte Königreich sein eigenes Umsatzsteuersystem und wird sich bemühen, die geltenden Vorschriften für das Funktionieren dieser Steuer so weit wie möglich einzuhalten. Im Bereich des Handels mit den EU-Mitgliedstaaten werden jedoch insbesondere folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:

 

  • Die geltenden Vorschriften für Einfuhren aus Drittländern werden neu auch für Einfuhren aus den EU-Mitgliedstaaten gelten
  • Die Vorschriften für den Warenversand im Rahmen der EU werden nicht mehr gelten, wobei diese Lieferungen in den EU-Mitgliedstaaten als Importe aus Drittländern betrachtet werden
  • Warenausfuhren in EU-Mitgliedstaaten sind weiterhin von der Steuer mit dem Anspruch auf Vorsteuerabzug befreit. Die britischen Ausführer werden den zusammenfassenden Bericht nicht mehr ausfüllen, sondern müssen dieselben Aufzeichnungen wie bei den Ausfuhren in Drittländer führen. Für diese Ausfuhren findet in den EU-Mitgliedstaaten die gleiche Regelung wie für Einfuhren aus den Drittländern Anwendung
  • Die meisten aktuellen Regeln zur Bestimmung des Leistungsorts bei der Erbringung von Dienstleistungen bleiben bestehen. Im Fall von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen kann das Vereinigte Königreich in Zukunft seine Vorschriften über das Recht auf Vorsteuerabzug ändern
  • Wirtschaftsbeteiligte, die digitale Dienstleistungen für Kunden in den EU-Mitgliedstaaten erbringen, können weiterhin die Sonderregelung für einen Verwaltungsort (MOSS) nutzen, müssen sich jedoch in dem für Nichtmitgliedstaaten bestimmten MOSS-Regime registrieren, und zwar innerhalb von 10 Tagen nach dem Ablauf des Kalendermonats, in dem sie diese Dienstleistungen erbracht haben
  • Britische Unternehmen, die in den anderen EU-Mitgliedstaaten einen Vorsteuerabzug beantragen, sind nicht mehr berechtigt, das vereinfachte Erstattungsverfahren für die zur Steuer in einem anderen Mitgliedstaat registrierten Steuerpflichtigen zu nutzen, sondern unterliegen neu den für Drittlandsunternehmen geltenden Vorschriften
  • Nach dem Austritt des Großbritanniens aus der EU wird es nicht mehr möglich sein,
    die USt.-Nummer von britischen Unternehmen
    für USt.-Zwecke über das VIES-System zu überprüfen. Darum entwickelt die britische Regierung derzeit ein eigenes System, das
    in Zukunft zur Überprüfung der Gültigkeit der britischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummern dienen wird

Obwohl der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abschluss eines Abkommens angesichts des gegenseitigen Interesses an der Erreichung dieses Ziels unwahrscheinlich scheint, müssen sich die Bürger und Wirtschaftsteilnehmer auch auf diese Variante rechtzeitig vorbereiten und die Risiken für ihre Unternehmung minimieren.


Adam Pinďák
Tax Consultant
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adam.pindak@cz.gt.com