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News IV. Jahrgang der Konferenz „Fintech (R) Evolution“ hat insbesondere Diskussionen über die Zukunft des Bankwesens mitgebracht

In der Zentrale der Tschechischen Nationalbank (ČNB) fand Ende Oktober der vierte Jahrgang
der „Fintech (R) Evolution Konferenz“ statt. Diskutiert wurden insbesondere Chancen und Risiken,
die moderne Technologien und junge Unternehmen für die Bankenwelt darstellen.

 

Banken müssen schneller werden

 

Ein wichtiges Thema der Konferenz war der Druck auf die Banken, welche die Erbringung von Dienstleistungen wesentlich beschleunigen müssen. Sprecher Markus Rupprecht wies darauf hin,
dass es noch im Jahr 2009 schneller war, das Geld aus Deutschland in die USA in einem Umschlag
zu versenden als es über ein Bankhaus zu überweisen. Wettbewerber sind für die Banken Nichtbank-Plattformen wie PayPal oder die Integration von Sofortzahlungen in WhatsApp-Kommunikatoren.

 

Zentrales Banking vs. dezentrale Kryptowährung

 

Bei einer späteren Paneldiskussion hemmten im Gegenteil fünf tschechische Vertreter mit Erfahrung der Zentralbanken die Begeisterung aus der Blockchain-Technologie und aus dem Boom der Kryptowährung. Der CNB Vizegouverneur, Mojmír Hampl, argumentierte zum Beispiel, dass auch
das inländische CERTIS System täglich mehrmals mehr Zahlungen verarbeitet als Bitcoin weltweit überhaupt verarbeiten kann. Der Erfolg von Bitcoin ist auch direkt von den Stromquellen abhängig, es wird notwendig sein, „Tausende Temelín-Kraftwerke “ zu bauen, so Hampl.

Der ehemalige CNB Gouverneur Miroslav Singer glaubt nicht in dauerhafte Nachhaltigkeit des Wertes der Kryptowährungen. Obwohl einzelne Kryptowährungen – einschl. Bitcoin – eine begrenzte Anzahl von Münzen im Umlauf haben, ist die Bildung von neuen Währungen (sog. Altcoins) keinesfalls eingeschränkt. Markus Rupprecht hat außerdem bei seinem Vortrag den Mehrwert von Blockchain (gegenüber zentralen Datenbanken) in Frage gestellt, ebenfalls die These, dass die Blockchain
Ende für Zentralbanken bedeuten könnte-.

Die Diskutanten wiesen bei der Paneldiskussion die Kritik der Zentralbanken ab, die starr sind,
wobei sich diese angeblich an der Spitze der Innovationen allmählich halten sollen. „Unser Herantreten sollte technologisch neutral sein“, sagte Mojmír Hampl.

Bedroht ist aber die künftige Rentabilität des Bankensektors, in den neue Spieler eintreten,
während die Banken selbst wegen Regelungen eingeschränkte Möglichkeiten für den Eintritt
in entgegengesetzte Richtung in die Bereiche ihrer neuen Wettbewerber haben. Die Regulierung muss daher auf Fintech reagieren, so Pavel Kysilka, ehemaliger Vizegouverneur der Tschechischen Nationalbank.

 

Startups zielen nach London

 

Beginnende Fintech-Unternehmen gehen am häufigsten nach London und Singapur. Kaliforniener Sillicon Valley ist erst auf dem vierten Platz. In London stieg das Investitionsvolumen in Fintech-Unternehmen von 191 Mio. USD (im Jahr 2012) auf 1,18 Mrd. USD (im Jahr 2015). Wie der Brexit diese Situation beeinflusst, werden wir bald sehen. Wird Frankfurt, derzeit Neunter, eine Topposition einnehmen? Laut Michal Šmid, Gründer von der Gesellschaft Twisto, arbeiten in Deutschland
schon jetzt vier von den fünf größten Banken aktiv mit den Fintech Startups zusammen.
Die tschechischen Banken hinken in dieser Hinsicht hinterher.

 

Die Zukunft kann nicht genau geschätzt werden

 

Die Redner waren zum gewissen Grad einig, dass die Zukunft nicht klar ist und viele Vorhersagen nicht erfüllt werden müssen, wie die Geschichte schon mehrmals gezeigt hat. Ob Fintech eine allmähliche Revolution darstellen wird oder irgendwann eine grundlegende Revolution bringt, müssen wir uns überraschen lassen.

 

Lukáš Jirsa | Tax Consultant

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