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News Besteuerung von Profisportlern

Die Finanzverwaltung hat ihre Verwaltungspraxis bei der Besteuerung von Profisportlern, insbesondere bei den Mannschaftssportarten (Fußball, Hockey, Handball, etc.) angepasst. Es wird akzeptiert, dass die Tätigkeit eines professionellen Sportlers entweder als eine Gewerbetätigkeit aufgrund einer Gewerbebefugnis oder als unabhängige Berufstätigkeit ausgeübt werden kann.

 

Die Finanzverwaltung reagierte somit auf das Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts in der durch Medien verfolgten Causa des Stürmers David Lafata vom Prager Sportklub "Sparta". Der Profifußballer besteuerte seine aufgrund eines mit dem Fußballverein abgeschlossenen Kooperationsvertrages zufließenden Einkünfte sowie die für die Repräsentationsteilnahme bezogenen Einkünfte als Einkünfte aus einer Gewerbetätigkeit, wobei er Pauschalausgaben in Höhe von 60% der Einkünfte geltend gemacht hat. Das Finanzamt hat diese Vorgehensweise in Frage gestellt sowie die Einkünfte als Einkünfte aus der Ausübung einer unabhängigen Berufstätigkeit beurteilt, bei denen jedoch die Pauschalausgaben nur in Höhe von 40% der Einkünfte in Anspruch genommen werden können.

 

Das Oberste Verwaltungsgericht befasste sich in der Causa mit der Frage, ob die Einkünfte von Profisportlern als Einkünfte aus einer Gewerbetätigkeit betrachtet werden können (oder nicht), wobei es die Meinung des Finanzamts - dass die Tätigkeit eines Fußballspielers keine Gewerbetätigkeit sein kann - abgelehnt hat. Gemäß dem Gewerbegesetz stellt die Gewerbetätigkeit eine systematische Tätigkeit dar, die selbständig/unabhängig, in eigenem Namen, auf eigene Verantwortung, zwecks Gewinnerzielung und unter den im Gewerbegesetz festgelegten Bedingungen ausgeübt wird. Das Finanzamt war der Ansicht, dass die Tätigkeit eines Profisportlers nicht unabhängig und nicht in seinem eigenen Namen ausgeübt wird, wobei ein Fußballspieler nicht selbst für die Ergebnisse seiner Tätigkeit verantwortlich ist, sondern die Verantwortung auf den Klub übertragen wird; der Fußballer spielt für einen Sportklub, unter seinem Namen und es handelt sich daher um eine Gesamtleistung des Teams.

 

Nach dem Obersten Verwaltungsgericht werden die Merkmale der Gewerbetätigkeit im Falle eines Profifußballers nicht in reiner Form erfüllt. Das Gewerbegesetz definiert jedoch eindeutig, dass in der Tätigkeit „Betrieb von Sportanlagen und Veranstaltung von Sportaktivitäten“ unter anderem auch folgendes enthalten ist: „die Tätigkeit von ausübenden Sportlern, die unabhängig und zwecks Gewinnerzielung ausgeübt wird“. Somit erlaubt die Gesetzgebung die Tätigkeit eines Profisportlers als eine Gewerbetätigkeit, ohne ausdrücklich zwischen der Tätigkeit in individuellem und kollektivem Sport zu unterscheiden. In Hinblick auf die unklaren Rechtsvorschriften in diesem Bereich ist es, gemäß dem Obersten Verwaltungsgericht, in diesem Rechtszustand nicht möglich, die Steuerzahler zu zwingen, eine solche Besteuerungsmethode zu wählen, die hinsichtlich der fiskalischen Interessen des Staates vorteilhafter ist.

 

Es handelt sich um ein Durchbruchsurteil in diesem Bereich. Profispieler, die gesetzliche Voraussetzungen erfüllten, d.h. die ihre Tätigkeit aufgrund einer Gewerbeerlaubnis ausgeübt, ihre Einkünfte jedoch als Einkünfte aus einer unabhängigen Berufstätigkeit mit 40% der Pauschalausgaben besteuert haben, können zusätzliche Steuererklärungen für die betreffenden Steuerzeiträume abgeben und somit die Steuerbemessungsgrundlage durch Ausgaben von bis zu 60% der Einnahmen verringern.